VBG-Vertreterversammlung:
Kundenmanagement und Digitalisierung

VBG-Vertreterversammlung 2019 in Hamburg
(Quelle: VBG/Michael Hübner)

Am 05.12.2019 – passend zum internationalen Tag des Ehrenamts – hat die Vertreterversammlung der VBG in der Hauptverwaltung in Hamburg getagt.

Eröffnet wurde die Sitzung durch ihren Vorsitzenden Stefan Urlaub. Anschließend gab Eckehard Froese – Leiter des VBG-Ressorts „Versicherungen, Leistungen, Regress & Statistik“ – mit dem Eingangsreferat „Strategisches Kundenmanagement“ einen Einblick in das aktuelle und zukünftige Kundenmanagement der VBG.

Analog zu privatwirtschaftlichen Unternehmen sei es für einen Unfallversicherungsträger wie der VBG von zentraler Bedeutung, die eigenen Produkte, Services und Prozesse zielgenau an den Bedarfen der Kunden auszurichten. Die vielfältigen Formen des direkten Kundenkontakts nutze man in der VBG daher, um bedarfsgerecht und individuell Lösungen für die heterogenen Mitgliedsunternehmen anbieten zu können.

Am Ende seines Vortrags kam Eckehard Froese auf den Teilhabepreis zu sprechen, mit welchem die VBG im Jahr 2021 das erste Mal Mitgliedsunternehmen auszeichne, die einen außerordentlichen Beitrag zur beruflichen und/oder sozialen Teilhabe mindestens eines VBG-Versicherten geleistet hätten. Der Preis, der mit insgesamt 15.000 Euro dotiert sei, werde von der VBG künftig alle zwei Jahre verliehen und solle gute Praxisbeispiele der VBG-Mitgliedsunternehmen sichtbar machen. Einreichungen der Mitgliedsunternehmen seien unter www.vbg.de/teilhabepreis möglich.

Der Vorsitzende des Vorstandes, Volker Enkerts, kam in seinem mündlichen Bericht auf den Haushalt der VBG zu sprechen. Die Zahl der Unternehmen / Beitragspflichtigen und die Zahl der Pflicht- und freiwillig Versicherten (abhängig Beschäftigten) seien im Jahr 2018 erneut gestiegen. Auch für die Haushaltsplanung 2020 werde ein Anstieg prognostiziert. Die registrierten Unfälle und die Rentenbestände würden auf einem gleichbleibenden Niveau erwartetet.

In den letzten Jahren, so Enkerts weiter, hätte die VBG – zum Teil durch Entnahmen aus der Rücklage – den Beitragsfuß trotz steigender Ausgaben vor allem im Gesundheitswesen konstant gehalten. Die sich abschwächende Konjunktur und die Steigerung der Kosten im Gesundheitswesen würden neben anderen Faktoren dazu führen, dass die bereits im April dieses Jahres angekündigte Beitragserhöhung unumgänglich sein werde. Abhängig von der Entgeltsummenentwicklung bei den Mitgliedsunternehmen in diesem Jahr könnte nach aktueller Prognose eine Erhöhung des Beitragsfußes für Pflicht- und freiwillig Versicherte von 40 bis 60 Eurocent notwendig werden. Das würde eine prozentuale Beitragssteigerung von 10 bis 15 % für die Mitgliedsunternehmen bedeuten.

Angelika Hölscher, die Vorsitzende der Geschäftsführung, informierte in ihrem Bericht über die aktuellen Entwicklungen in Sachen „Digitalisierung“ und „Personalentwicklung“ innerhalb der VBG. Eine gut funktionierende IT sei ebenso wie eine erfolgreiche Personalentwicklung von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit der VBG. Webinare, digitale Arbeitsabläufe sowie mobile Arbeit und Telearbeit würden dazu beitragen, dass sich diese Themen immer stärker miteinander verzahnen.

Professor Bernd Petri, Mitglied der Geschäftsführung, knüpfte an diese Themen an und unterstrich, dass die VBG für die Bewältigung der Herausforderungen zunehmend auf Kooperationen mit anderen UV-Trägern setze und diese vorantreibe. Dazu gehöre etwa die Frage nach einem gemeinsamen Kernsystem, die Anforderungen durch das Onlinezugangsgesetz sowie eine trägerübergreifende Unternehmernummer. Innovation und Kreativität seien die Triebfedern für die VBG in ihrer Rolle als Vorreiterin im Sozialversicherungssystem.

Der alternierende Vorsitzende des Hauptausschusses, Peter Klotzki, berichtete der Vertreterversammlung von den Beratungen des Ausschusses, welche in zwei Beschlüsse mündeten: eine Änderung der Dienstordnung sowie der Geschäftsordnung für die Widerspruchs- und Einspruchsausschüsse.

Die Vorsitzenden des Finanzausschusses, Alfred Semen, und des Ausschusses Prävention, Franz-Josef Haska, berichteten aus der Arbeit ihrer Ausschüsse. Alfred Semen erläuterte Einzelheiten des Gesamthaushalts. Die Vertreterversammlung stellte daraufhin – der Empfehlung des Finanzausschusses folgend – den Haushaltsplan 2020 fest.

Franz-Josef Haska informierte die Vertreterversammlung über ein Präventionsprojekt, welches zukünftig eine Belohnung von Personen vorsieht, die in einem Mitgliedsunternehmen der VBG Dritte aus lebensbedrohlichen Situationen retten. Anknüpfend an den von Eckehard Froese vorgestellten Teilhabepreis berichtete Franz-Josef Haska abschließend von den zahlreichen Einreichungen der Mitgliedsunternehmen zum Präventionspreis 2020. Bis zum Einsendeschluss am 31. Oktober 2019 wären über 100 Präventionsprojekte eingereicht worden. Termine für die Verleihung des Präventionspreises sowie das Einreichungsformular für Präventionsprojekte seien unter www.vbgnext.de zu finden.

Die nächste Vertreterversammlung der VBG findet am 9. Juli 2020 in Bonn statt.

Einen umfassenden Überblick über die Zusammensetzung und die Aufgaben der Selbstverwaltung der VBG erhalten Sie in unserem Erklärfilm Selbstverwaltung.